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Aktuelles und nützliches Wissen zur Entsorgung von Sharps

Arbeiten mit Sharps: Nadelstichverletzungen bannen

Bildnachweis: AntonioDiaz, AdobeStock

Ob Impfen, Blut abnehmen oder eine Infusion legen – Das Hantieren mit Spritzen, Kanülen und Co. gehört für Beschäftigte im Gesundheitsdienst zum Alltag. Beim Ausüben dieser sicherheitsrelevanten Tätigkeiten setzen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch regelmäßig einer potenziellen Gefahr aus.

Gefährdungsbeurteilung in Arztpraxen

Gefährdungen und Belastungen, die sich im Arbeitsalltag für Beschäftigte ergeben, können mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung systematisch ermittelt und gebannt werden. Dies gilt für Arztpraxen genau wie für jeden anderen Betrieb.

Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) trägt jeder Arbeitgeber sogar die Pflicht die verbundene Gefährdung seiner Beschäftigten in Folge ihrer Arbeit zu ermitteln und entsprechenden Arbeitsschutz im eigenen Betrieb zu gewährleisten.

In erster Linie werden hierfür die verschiedenen Arbeitsbereiche und die damit verbundenen Tätigkeiten ermittelt. Während in einer Arztpraxis am Empfangstresen die Patientenaufnahme im Vordergrund steht, werden im Sprechzimmer Tätigkeiten wie Impfungen oder Blutabnahmen ausgeübt. Die Gefährdungen, die sich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben, fallen dementsprechend unterschiedlich aus. So droht zum Beispiel durch die sitzende Tätigkeit am Empfangstresen eine Gefahr durch Rückenschmerzen, wohingegen bei Impfungen eine Gefahr durch Nadelstichverletzungen droht.

Gefahrenquelle Nadelstich

Beschäftigte im Gesundheitsdienst sehen sich vor allem der Gefahr durch Stich- oder Schnittverletzungen ausgesetzt. Aus diesem Grund gehören Unfälle mit Sharps auch zu den häufigsten Verletzungsursachen. Gerade diese Art der Verletzung ist es jedoch, die ein enormes Infektionsrisiko birgt. Sollten die spitzen und scharfen Instrumente durch vorherigen Kontakt mit Patientinnen und Patienten kontaminiert sein, können durch den Blutkontakt Erreger und Viren übertragen werden. Zu den häufigsten übertragenen Erregern gehören hier das Hepatitis-B-Virus (HBV), das Hepatitis-C-Virus (HCV) sowie das Humane Immunodefizienzvirus (HIV).

Wie kann das Risiko einer Verletzung minimiert werden?

Damit es überhaupt nicht zu einer Stich- oder Schnittverletzung durch Sharps kommt, gilt es, das Risiko durch entsprechende Präventivstrategien und –maßnahmen im beruflichen Alltag wirkungsvoll zu senken.

Präventionsmaßnahmen in Bezug auf das Arbeiten mit Sharps können dabei wie folgt aussehen:

  • Glaspipetten durch Plastikpipetten ersetzen
  • Stumpfe Kanülen anstatt spitze Kanülen nutzen
  • Spritzenkanülen nicht biegen sowie die Kanülenkappe nach der Benutzung nicht wieder aufstecken. Am besten Kanüle samt Einwegspritze direkt entsorgen
  • Sharps nicht offen auf der Arbeitsfläche liegen lassen
  • Sharps direkt nach der Anwendung in geeigneten durchstichsicheren, bruchfesten und verschließbaren Abwurfbehältern entsorgen
  • Abwurfbehälter dort platzieren, wo die Abfälle anfallen, um unnötiges Umherlaufen zu vermeiden
  • Abwurfbehälter nur bis zur Markierung füllen. Ein „nachstopfen“, um Platz zu sparen, ist zu unterlassen
  • Glasscherben nicht mit bloßen Händen aufsammeln, sondern hierfür Pinzetten oder einen Handfeger nutzen

Entsorgung der Abwurfbehälter

Sind die Abwurfbehälter bis zur Markierung gefüllt, gilt es wiederum auch diese sicher zu entsorgen. Eine Entsorgung der Behälter in den Restabfall ist grundsätzlich möglich. Wirklich verantwortungsbewusst ist diese Vorgehensweise jedoch nicht. Da viele Arztpraxen in Mehrfamilienhäusern ansässig sind und dort die Abfalltonnen für andere Hausbewohner zugänglich sind, kann es schnell gefährlich werden. Da reicht ein starker Wind und die Tonne fällt um. Werden die Behälter hierbei beschädigt, können die spitzen und scharfen Instrumente zur Gefahr für Dritte werden. Zum Schutz von Anwohnern medizinischer Einrichtungen sollten gebrauchte Abwurfboxen von einem Entsorgungsfachbetrieb abgeholt und sicher entsorgt werden. Systemlösungen bieten gleich beides: stichfeste Sammelboxen sowie deren Abholung und fachgerechte Entsorgung.

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